MQL4 Tutorial – Das Gesetz der großen Zahlen

Viele diskretionäre Trader machen den Fehler, sich anhand einiger weniger Ergebnisse ein Bild vom Markt zu machen. Und viele richten ihr System dann auch anhand dieser paar Ergebnisse aus. Es gibt allerdings etwas, was uns mit MQL4 sehr stark unterstützen kann, um wirklich aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, und das ist „das Gesetz der großen Zahlen“.
Wir haben jetzt in unserem kleinen zufallsbasierenden System ein paar Änderungen vorgenommen. Die erste Änderung ist, dass wir bereit sind, Equity-Einbrüche bis zu 30% vom Originalkapital zu tolerieren. Das bedeutet, wir werden einen Drawdown von 70% nutzen, um aus unserem System auszusteigen. Andernfalls bleiben alle Positionen so lange geöffnet, bis sie in einen Profit gelaufen sind. Außerdem haben wir hier gesagt, wir möchten gerne bis zu 200 Positionen gleichzeitig handeln. Das bedeutet, wir werden in diesem Fall von 2005 bis Ende 2015 durchrechnen. Damit das Ganze nicht zwei Tage dauert, stellen wir hier von “Every tick” auf “Control points” um und lassen unser System einfach mal laufen.
Wie man an dieser graphischen Darstellung hier feststellen kann, geht unser Balance -also sprich: unser Bruttoguthaben- stabil nach oben, während wir hier unten sehen können, dass die Equity starke Einbrüche hinnehmen muss. Wer so viele Positionen gleichzeitig tradet, der braucht auch ein größeres Handelskapital, darum habe ich unser Handelskapital in diesem Fall auf 100.000,- € aufgestockt. Würden wir an dieser Stelle hier aussteigen, hätten wir nur noch 87.000,- €, was einem Nettoverlust von 13.000,- € entsprechen würde. Tun wir aber nicht. Denn wie man hier sehen kann, läuft unser Test noch. Und jetzt geht es ja auch weiter mit der Entwicklung. Plötzlich sind wir wieder über 100.000,- €, und ab hier wären wir stabil netto profitabel. Wir sind jetzt bei bereits über 1.200 Trades angekommen, und für ca. 1.000 Trades bleibt unsere Equity stabil netto positiv.
Und hier geht es wieder richtig in den Keller. Das sind die Phasen, in denen die meisten Trader aussteigen und zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt den größtmöglichen Verlust mit ihrem System machen. Aber wir sind noch lange nicht fertig. Und weiter geht die wilde Fahrt. Unser System hat sich vom Drawdown erholt und ist weiter Cashflow positiv. Hier bei 120.000,- € bin ich bei meinem Profitziel, und in der Praxis schließe ich mein System, sobald ein Profit von 20% erreicht ist. In unserem Test hier sind wir schnell bei 40%. Mittlerweile haben wir über 6.000 Trades hinter uns. Etwas über 1/3 unserer Testzeit ist vergangen. Und unsere Ergebnisse bleiben weiterhin stabil netto Cashflow positiv. Jetzt haben wir 50% erreicht. Unser Bruttohandelskapital ist bereits bei über 173.000,- €. Nach etwas über 9.000 Trades kann man erkennen, dass auch die massiven Drawdowns, die wir vorhin gesehen haben, die Gesamtperformance von unserem System nicht beeinträchtigen. Je mehr Positionen wir handeln, und je länger wir handeln, desto klarer wird das Bild.
Wir sind jetzt etwas über der Hälfte. Unser Bruttoguthaben hat die 200.000,- € bereits überschritten. Und hier unten sind wir jetzt bei 11.000 Trades angekommen. Es sieht so aus, als würde unser System endlos weiterlaufen und bis in alle Ewigkeit Profite machen. Jeder einzelne Trade in dieser Liste sind in etwa 10,- € Profit. Gute 2/3 unserer Testreihe sind um. Und jetzt haben wir auch netto die 100%-Marke geknackt. Das bedeutet, wir haben unser Handelskapital verdoppelt. Unser Testbalken geht dem Ende entgegen. Kurz vor dem Ende haben wir nochmal einen Drawdown.
Und so sieht unser Ergebnis aus. Ein Nettoprofit von 80.992,28 € kann sich schon sehen lassen. Dafür mussten wir allerdings mit einem maximalen Drawdown von 33.104,94 € leben. Wir haben 13.916 Trades gemacht, und unser maximaler Drawdown war 40% vom Gesamthandelskapital. Ich speichere den Report an der Stelle mal ab, um ihn später auf der Webseite zur Verfügung zu stellen. Wenn ich Pech habe, stürzt mein PC an dieser Stelle ab, denn eine Webseite mit fast 14.000 Trades und allen Einzelheiten kann schon ziemlich groß werden. Und hier sind sie, unsere Ergebnisse. 13.500 Trades, die alle nach einem zufälligen Einstieg gehandelt wurden, und die sich problemlos von Jedem mit diesem kleinen Programm nachhandeln lassen. Und zwar mit zufallsbasierten Einstiegen.
Ich würde Ihnen empfehlen, diese Tests zuhause selbst durchzuführen. Nehmen Sie sich etwas Zeit, und handeln Sie mindestens 10 Jahre in mindestens 10 Währungspaaren ein solches System durch. Sie schlagen jeden diskretionären Trader um Längen, denn Niemand wird jemals im ganzen Leben 13.500 Trades oder mehr machen, wenn er jede dieser Positionen von Hand eröffnen und schließen muss. Alle diese Trades hier sind Erkenntnisse, harte Zahlen, die Ihnen helfen, Ihr eigenes System für die Zukunft besser und stabiler zu machen. Und die Erkenntnisse aus solchen Tests sind bares Geld für Sie und Ihr Tradingsystem wert. Aber auch, wenn Sie alle diese Erkenntnisse verstehen: nur die wenigsten Menschen sind in der Realität auch bereit, 51.449,27 € an Verlusten auszuhalten.